• Juni 14, 2018

Nationaltheater

Nationaltheater

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Die Geschichte des Theaters in den böhmischen Ländern greift bis in das 12. Jahrhundert zurück, als man begann, das Theater in einem kirchlichen Milieu im Anschluss an liturgische Zeremonien während des religiösen Jahres zu betreiben (Oster-, Weihnachtsspiele, an Festtagen der Heiligen Geschichten aus deren Leben, etc.). Es wurde in Kirchen- und Domräumlichkeiten gespielt, als Schauspieler standen Geistliche und Ordensbruder – auch Frauenrollen wurden durch Männer dargestellt, die Texte waren in lateinischer Sprache. Im Jahre 1848 schlug Josef Kajetán Tyl eine Veranstaltung von Sammlungen für den Bau des Theaters vor und im Jahre 1850 wurde die Gründung des Vereins für die Errichtung des tschechischen Nationaltheaters in Prag genehmigt, der sofort die Aufforderung zur Eröffnung der Sammlung veröffentlichte. Zu den Spendern gehörten Vertreter des Adels, Persönlichkeiten des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens, etliche Vereine und Organisationen, Gruppen von Arbeitern und Angestellten aus verschiedenen Fabriken und Betriebsstellen und tausende einzelne Bürger. Das Gebäude wurde am 11. Juni 1881 fertiggestellt und das Theater wurde zu Ehren des Besuches des Kronprinzen Rudolf zum ersten Mal geöffnet. Als Eröffnungsvorstellung wurde die Premiere der Oper Libuše von Bedřich Smetana aufgeführt, die der bereits taube Komponist selbst dirigierte. Es wurden einige Vorstellungen aufgeführt, das Theater wurde dann für den Sommer geschlossen und es setzten die Abschlussarbeiten am Theater fort. Während dieser Arbeiten kam es am 12. August aufgrund der Unvorsichtigkeit der Arbeiter, die bei den Arbeiten auf dem Dach die Holzkohle schlecht löschten, zu einem Brand, der die Kupferkuppel, die Bühne und den Zuschauerraum vernichtete. Es wurde aber unverzüglich eine neue landesweite Sammlung für die Reparatur organisiert. Am 18. November 1883 wurde das Theater wiedereröffnet.